Warten auf den Anruf

Warten. Auf den Anruf. Am Abend nach einem Bewerbungsgespräch. Am Nachmittag auf den des Klassenlehrers, der aus der Zeugniskonferenz heraus über die (Nicht)Versetzung Mitteilung macht. Der Arzt will sich morgen melden, wie das Ergebnis der Untersuchung aussieht. Der Corona-Test. Die Biopsie. Das Blutbild.

Warten auf den Anruf. Das fühlt sich wie das Warten an einer roten Ampel an. Der Alltag ist unterbrochen. Ausgebremst. Unendlich viel Zeit für das Gedankenkarusell. Kopfkino.

Klar ist: Nach dem Anruf wird manches anders. Ein neuer Job. Eine (Nicht)Versetzung). Das Leben mit einer Krankheit. Welche Botschaft ersehne ich? Das grüne Männchen zeigt mir: Du darfst dich wieder in Bewegung setzen. Ist nur die Frage: Wohin? Und: Wie? Mit dem dann neuen Wissen ... freudig und tänzelnd oder unscharf mit Tränen in den Augen, tastend?

Ein Gedanke schiebt sich dazwischen. Ein Ruf. "Fürchte dich nicht. Ich habe dich bei meinem Namen gerufen. Du bist mein." Dieser Ruf Gottes hat mich schon bei meiner Taufe ereilt. Oft übertönt im Leben. Nun nehme ich ihn wieder wahr. Und spüre: Diese Botschaft tut mir gut. Lichtet meine Ängste, Befürchtungen. Hebt meine Hoffnungen. Und mein Vertrauen ins Leben.

 

 

Ostersteine

Es war letzte Woche auf dem Friedhof. In gebührendem Abstand nahmen wir Abschied von einem Menschen aus unserem Ort. Verstreut und Vereinzelt. In Schwarz. Der Schmerz und die Trauer über eine zu Ende gegangene Beziehung war mit den Händen greifbar.

Da nahm ich in den Augenwinkeln einen bemalten runden Kiesel inmitten eines Grabsteins wahr. Kinder und Erwachsene hatten in den Tagen vor und nach Ostern Steine bemalt. Diese wurden vor die Haustüren anderer gelegt. Oder in einer langen Raupe vom Friedhof zum Kindergarten.

Am nächsten Tag bin ich dann auf Entdeckertour über den Friedhof gegangen und habe noch mehr Ostersteine entdeckt. Und war tief berührt.

An Ostern kam der Stein ins Rollen. Der Stein, der Jesu Grab verschlossen hat, war weggewältzt. Das Leben ist stärker als der Tod. Welch ein schönes Bild für die Hoffnung.

So freue ich mich an den bunten Hoffnungs- und ostersteinen, die mir an den unterschiedlichsten Orten meinen Blick einfangen und neu ausrichten. Auf die Hoffnung und das Leben. Hier und dort.

Raum der Hoffnung

Die Krankenhauskappelle ist umfunktioniert worden: Seit einigen Wochen ist sie zum Bettenlager geworden. Und Hygieneschulungsraum. Wenn ich am Morgen ins Krankenhaus komme, kann ich sehen, wieviel in der Nacht los war. Wie viele Betten noch ungenutzt dastehen

Beim Gottesdienst feiern am Sonntag zwischen all den frisch gemachten und wartenden Betten, erfüllte mich die Bettenfülle mit Freude. Heißt es doch, dass es wenige Aufnahmen gab am Wochenende. Weniger an Covid19 Erkrankte. Dass die einschneidenden Maßnahmen Wirkung gezeigt haben. Dass all die in den letzten Tagen und Wochen erarbeiteten Notfallpläne nicht angewendet werden müssen.

"Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit." Dieser Bibelvers war mit in den ersten Tagen der Epidemie neu ins Bewusstsein gesickert. Gegen die Furcht. Nun ahne ich langsam und vorsichtig, dass der Geist der Besonnenheit Einzug gehalten hat. Besonnen wurde das Gesundheitssystem gestützt. Und Pläne für schreckliche Szenarien durchdacht und vorbereitet worden. Und besonnen haben die Menschen darauf reagiert. Meistens jedenfalls.

Und nun feiern wir in einem Bettenlager Gottesdienst. Weil sie nicht gebracht werden.

Hallelujah!

Gottes Dienst

Gestern haben wir in der Krankenhauskapelle Gottesdienst gefeiert. Die katholische Kollegin und ich. Zwischen frisch gemachten Betten. An Mikrofon und Klavier. Für die Menschen im Haus. Und für uns.

Sie fehlen mir. Die Gottesdienste. Die Gemeinschaft. Mit Gott und den Menschen. Es ist etwas anderes Impulse und Texte zu lesen oder diese zugesprochen zu bekommen. Genauso wie es einen Unterschied macht, ob ich ein Rezept lese oder all die Dürfte beim Kochen rieche und mit den Händen die Zutaten spüre. Und schließlich schmecke. Es macht einen Unterschied Lieder in gestreamten Gottesdiensten zu hören oder live die Schwingungen im Bauchraum zu spüren.

Ich freu mich auf den ersten Gottesdienst wieder in der Bricciuskirche. Mit viel Musik. Mit der noch neuen Osterkerze. Und all den Menschen. Und Gott. Mittendrin.

"Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." Sagte Jesus. So waren wir gestern (mind.) zu dritt. Und haben gebetet, gesungen, gefleht. Und waren verbunden - untereinander, miteinander und meine Seele ruhte in Gott.

Hallelujah!

Vergiss mein nicht

Eine kleine blaue Blume. Wenn sie einmal im Garten Wurzeln geschlagen hat, wird man sie nicht so schnell wieder los. Sie ist eine der ersten Blumen, die blühen. Zumindest in meinem Garten. Sie ist genügsam und wächst überall. Nicht nur in den Blumenbeeten kann ich sie entdecken, sondern auch zwischen den Kieselsteinen, die den Weg zu meinem Haus markieren. Seit sie blühen, gehe ich den Weg viel aufmerksamer. Will auf keine treten. Jeden Tag aufs Neue erfreue ich mich an ihnen.

 

Vergiss -  mein – nicht

Das ist weit mehr als eine Blume. Dahinter verbirgt sich eine Bitte. Tausendfach gedacht, geschrieben und ausgesprochen in diesen Tagen.

Das ist ganz anders als das Betteln um Aufmerksamkeit. Beachte mich! Nimm mich wahr! Ja- das auch. Vergiss bitte nicht, was ich dir bedeute. Lass unsere gemeinsame Geschichte lebendig bleiben. Komm, ich möchte mit dir darüber reden.

Beim Reden, beim Anknüpfen an Erinnerungen, an alltägliche Begebenheiten werden die Gemeinsamkeiten stärker. Familienbande, Freundschaften erwachen zu neuem Leben.

 

Vergiss – mein – nicht

Übersieh mich nicht. Schenke mir deine Aufmerksamkeit. Ein Lächeln. Ein gutes Wort. Nicht nur jetzt, da viele von uns sehen oder ahnen, wie selbstverständlich andere für uns ihre Arbeit tun: in den Krankenhäusern und Sozialstationen, in den Pflegeheimen und daheim, in den Supermärkten und auf den Höfen. Behalte es im Gedächtnis, dann, wenn das Leben wieder „normaler“ sein kann.

 

Vergiss – mein – nicht

Diese Bitte kommt mir in der Bibel immer wieder entgegen. Nicht nur Menschen wenden sich damit an Gott. Oft in Not und Angst.

Gott selbst bittet darum. Immer wieder. Immer anders.

Unser Erzählen von ihm und den Begegnungen mit ihm bewahrt Gott vor dem Vergessen werden.

Und wir selbst drängen Gott, dass er uns nicht vergisst. Jeden Sonntag im Gottesdienst aufs Neue. Mit jedem Gebet.

Vater – bist du da? Siehst du mich? Lass mich nicht allein! Vergiss mein nicht!

So schlägt meine Sehnsucht danach Wurzeln. Sie wächst und gedeiht in der kleinen blauen Blume.

 

(von Barbara Bockentin)

Du bist da

Ich sehe Menschen, die sich ausweichen und anlächeln dabei.

Ich sehe Regenbögen in Fensterscheiben.

Ich sehe Blumen to go und eine Vertrauenskasse daneben.

Ich sehe Menschen ohne Obdach in unserer kleinen Stadt - es scheinen mehr zu sein als sonst.

Ich sehe meinen Bruder und meine Freundin über Skype.

Ich sehe Nachrichten, ein Mal am Tag. Und darin: Kinder in Syrien, Menschen eng an eng auf Lesbos, leere Innenstädte, volle Parks.

Ich sehe Menschen mit Mundschutz.

Ich sehe die Tulpen erblühen in unserem Garten.

Ich sehe in den Himmel, jeden Tag - er steht offen.

Ich sehe meine Kinder an, die wissen, dass alles anders ist und zugleich nicht, wie anders alles ist.

 

Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn.

Und er verschwand vor ihnen.

 

Ich sehe nicht, wer infiziert ist.

Ich sehe nicht, wer sich um seine Mutter sorgt.

Ich sehe nicht, was sich hinter Wohnungstüren abspielt an dunklen Gedanken oder Taten.

Ich sehe nicht, wie das Herz schwer wird und eng vor Angst um das Morgen.

Ich sehe nicht, wie die Wände immer enger rücken.

 

Ich sehe das alles nicht, aber es ist da.

 

Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn.

Und er verschwand vor ihnen.

 

Was ist mehr wahr - das Sichtbare oder das Unsichtbare?

Das Sichtbare gibt mir Halt und lässt mich gehen.

Linien auf der Straße. Wer fährt links und wer fährt rechts.

 

Doch auch manches Unsichtbare gibt mir Halt.

Nicht alles, was ich nicht sehe, ist bedrohlich.

Wie die Liebe - unsichtbar und tief wahr und da.

 

Manch Unsichtbares gibt mir Halt und fängt mich auf.

Die Liebe lässt Eltern mit ihren Kindern Regenbögen basteln und sie leuchten in den Fenstern. Und die Zuversicht singt jeden Abend vom Balkon.

 

Manch Unsichtbares ist wirklich da und hält mich zusammen.

Die Verbundenheit mit meiner Oma an der Nordsee und mit der Patentochter in Konstanz und mit dem Freund in New York.

Die Verbundenheit mit Menschen unter Menschen auf der ganzen Welt - weil wir alle Menschen sind.

 

Unsichtbar und wahr ist auch die Hoffnung: es wird eine Zukunft geben.

Und der Glaube: Ich bin nicht allein.

Da ist einer.

 

Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn.

Und er verschwand vor ihnen.

 

Kennst Du das? Diese perfekten Momente, wie aus der Zeit gefallen und für die Ewigkeit gemacht? Du kannst diese Momente nicht machen oder greifen, aber es gibt sie. So muss Himmel sein. Augenblicke wie im rauschenden Kornfeld oder im Kuss oder im Ansehen Deines Kindes oder im Plätschern des Baches - und für einen Bruchteil der Zeit aber für die Gewissheit der Ewigkeit spürst Du: Alles ist gut.

 

Himmelmomente auf Erden. Solche Momente sind - so glaube ich - in diesem Raum dazwischen. Zwischen Erkennen und Verschwinden. Zwischen Sichtbar und Unsichtbar. Zwischen Gewissheit und Zweifel.

 

Und in diesem Raum dazwischen - da ist mein Glaube geboren.

Dieser Glaube: Gott ist da - jenseits aller Sinne und jenseits aller Zeit und jenseits aller Grenzen, die mein Körper und das Leben vorgeben.

 

Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn.

Und er verschwand vor ihnen.

 

In diesem Raum jenseits aller Grenzen hat das Leben über alles gesiegt.

Da ist der Glaube geboren. Und mein Herz brennt. Und die Hände tun. Und ich sehe Jesus Christus.

Ich sehe ihn in vielen kleinen Händen an vielen kleinen Orten die viele kleine Dinge tun: Kinder basteln für ihre Urgroßeltern. Studenten stellen Einkäufe vor die Türen fremder Menschen. Sozialarbeiter telefonieren mit ihren Schützlingen. Menschen geben in Telefonketten gute Nachrichten weiter.

 

Ich sehe Jesus Christus.

Ich sehe ihn in Dir und mir, was wir auch in uns tragen an Gefühlen und Viren.

 

Der Glaube ist geboren im Raum zwischen Erkennen und Verschwinden. Und er schwankt gern mal wieder nach hier oder nach dort, zum gewissen Erkennen, zum zweifelnden Verschwinden. Aber er ist da, sichtbar unsichtbar, und gibt mir Halt.

 

Da ist es. Da ist er. Da! - Und das Herz brennt, und das Brot schmeckt. Und Du lächelst mich an, während wir Abstand halten.

 

 

(Von Elisabeth Rabe-Winnen, Michaeliskloster Hildesheim)

Trotzdem

Trotzdem – das ist mein aktuelles Lieblingswort.

 

Klein und bescheiden kommt es daher.

 

Kein mächtiges Substantiv, kein aktivistisches Verb, auch kein buntes, malerisches Adjektiv, aber trotzdem – mein Lieblingswort: Eine kleine Konjunktion – also ein Wort, das etwas mit etwas anderem verbindet. Zwei Satzteile zum Beispiel. Oder auch etwas scheinbar Widersprüchliches.

 

Klein und bescheiden kommt es daher und trotzdem: Aufrecht, mit mutigem Blick, ein wenig trotzig vielleicht auch. Es lässt sich nicht unterkriegen. Es bleibt standhaft, wo andere sich wegducken.

 

Der Trotz steckt drin – bei kleinen Kindern nicht immer angenehm für die Eltern. Aber auch das mittelhochdeutsche „Trutzen“: Das bedeutet „Widerstand leisten“, „selbstbewusst und zuversichtlich sein“. Dieses widerständige und zuversichtliche „Trutzen“ habe ich gern in meinem Lieblingswort.

 

Es kommt mir in diesen verstörenden Corona-Zeiten oft in den Sinn, und ich bemerke, wie ich es – unbewusst – häufig sage.

 

Ja, es ist schlimm, dass wir gerade auf so vieles verzichten müssen.

Und trotzdem: Freue ich mich an dem wunderbaren Frühlingswetter und an langen Spaziergängen im Grünen. Freue ich mich an unserer offenen Kirche, jeden Tag eine Stunde. Freue ich mich an den vielen tollen Ideen dieser Tage: Die Musik der Trompeten- und Posaunenbläser, die jeden Abend um 19.30 Uhr überall auf ihren Balkonen und Terrassen „Der Mond ist aufgegangen“ spielen. Ich freue mich über die Kinder und Erwachsenen, die Ostersteine bemalen und sie anderen vor die Tür legen, um ihnen eine Freude zu bereiten. Trotzdem!

 

Trotzdem - ein Wort, das etwas mit etwas anderem verbindet. Zwei Satzteile zum Beispiel. Oder auch etwas scheinbar Widersprüchliches. Ein Wort, das Menschen miteinander verbindet – trotz Kontaktsperre.

 

Das „Trotzdem!“ ist eine Lebenshaltung. Eine widerständige Lebenshaltung, die von Ostern herkommt. Dass der Tod nicht das letzte Wort hat, und die Angst nicht, und der Schmerz nicht. Sondern dass das Leben dem Tod trotzt.

 

Der Gott Jesu Christi bleibt bei uns. In allen Einschränkungen, Sorgen und Ängsten. Gott bleibt. Bei dir. Bei uns. Trotz allem. Stärker als der Tod. Das Leben.

 

Ich lese Worte aus Psalm 73:

 

Trotzdem bleibe ich stets bei dir, Gott. Denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehre an.

 

Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

 

Wenn mir auch Leib und Seele verschmachten, so bist du trotzdem, Gott, immer meines Herzens Trost.

 

(Von Heike Koch)

Ein Gebet

Dass wir allen Komfort und die Bequemlichkeiten,

die unser Leben umgaben,

nicht oft genug als Segen betrachtet haben,

 

sondern als selbstverständlich hingenommen-

Vergib uns, Gott.

 

Für alle unter uns, die jetzt allein und nicht in der Gemeinschaft trauern müssen.

Tröste uns, Gott

 

Für alle unter uns, die sich um die Kranken kümmern,

Beschütze uns, Gott.

 

Gib uns die Fähigkeit, all die Angstmacherei, die wenig hilfreichen Kommentare und die schlimmste Szenarien nicht andauern anzuklicken.

Stärke uns, Gott.

 

Für alle, denen nichts Kreatives mehr einfällt, was ihnen hilft,

die Zeit mit den Kindern in der Wohnung durchzustehen.

Inspiriere uns, Gott.

 

Für die unter uns, die sich jetzt zuhause selber Ponys schneiden.

Leite uns an, Gott.

 

Die Gnade, dass wir und andere jetzt einfach nicht produktiv und kreativ sein müssen.

Schenke sie uns, Gott.

 

Dass diejenigen großzügig sind, die jetzt mehr Kraft als andere haben.

Mach es möglich, Gott.

 

Befreie uns von selbstsüchtigen Neigungen-

Wir sind doch deine Kinder und niemand von uns hat schon einmal eine Pandemie erlebt.

Lieb uns, so wie wir sind, Gott.

 

In den Tagen, die kommen,

sei bei uns.

 

Gott, ungebunden an die Zeit,

du bist schon gegenwärtig in der Zukunft, die wir heute fürchten.

Hilf uns, das zu glauben, Gott.

 

Amen.

 

(Von Kathrin Oxen)

Schoko-Osterei

Das war … als ich bei meinen Großeltern zu Besuch war.

Die Johannisbeerbüsche hatten schon ihr Netz an, dass sie vor den Staren schützen sollte.

Es war Zeit für T-Shirt und kurze Hosen.

Und ich saß unter dem Netz. Wir spielten mit den Cousins und Cousinen Verstecken.

Und keiner fand mich. Ich wartete unter Trauben von halbreifen Johannisbeeren. Es war langweilig.

Also beschäftigte ich meine Hände mit irgendwas.

Rupfte Gänseblümchen, probierte die Johannisbeeren, deren Säure mir den Mund zusammenzogen und bohrte mit meinen Fingern im lockeren Moos.

Auf einmal hatte ich was in der Hand.

Es glänzte und war ein bisschen weich.

Vorsichtig zog ich es aus dem Moos und da:

Ein Schoko-Osterei!

Jemand (vielleicht mein Großvater) hatte es im April versteckt und es war von niemanden gefunden worden.

Aber ich. Natürlich aß ich es.

Und ich kann Ihnen sagen: es schmeckte!

Süß und cremig.

Halb geschmolzene Schokolade im Sommer.

Für mich hat jemand dieses Jahr Ostern versteckt.

Unter einem Netz aus abgesagten Familienfesten und Kontaktsperren-Gedöns.

Aus leeren Kirchen und dem Gerede von „Zeiten wie diesen.“

Ein Netz, dass sich über unsere Tage spannt, so dass der Alltag kein normaler Tag ist und damit auch Festtage keine Festtage mehr sind.

Jemand hat Ostern versteckt unter diesem Netz.

Irgendwo da liegt der Glanz dieses besonderen Morgens, als zwei Frauen gesagt worden ist:

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“

und sie ein leeres Grab fanden.

Vielleicht ist es ja so, dass Ostern sich finden lässt.

Während wir warten und unsere Hände beschäftigen.

Dass Ostern uns in die Hände fällt.

Und der Glanz sich sehen lässt, während wir ihn vorsichtig heraus ziehen.

Ein Moment der Freude, eine Vorahnung auf den Sommer.

Jemand findet uns, den wir gar nicht erwartet hätten.

Irgendjemand hat Ostern versteckt.

Und wenn wir es finden, dann schmeckt es süß und cremig.

Wie ein vergessenes Osterei mitten im Sommer.

Frohe Ostern.

 

(von Anneke Ihlenfeld)

Osterfeuer & Osterkerze

"Es ist Ostern geworden. Ganz heimlich und leise. Über Nacht.
Die Nacht geht vorbei. Der neue Tag kommt. Die Sonne geht auf. Ein neuer Morgen.

Ostermorgen.

Warm und hell vertreibt die Sonne die Nacht.

Es wird Licht.

Gott schenkt uns Licht.

 

Wir feiern Ostern, weil dieses Unglaubliche passiert ist und heute noch passiert:

Die Nacht bleibt nicht dunkel.

Das Leid und der Tod und der Schmerz können nicht gewinnen.

Gott ist Sieger. Er macht es hell.

Gott lässt inmitten der Dunkelheit die Sonne aufgehen.

Er schenkt uns Leben. Denn:

 

Der Herr ist auferstanden.

Er ist wahrhaftig auferstanden!"

 

Am Ostermorgen brannten in vielen Gärten Osterfeuer. Wir haben eine Kerze entzündet, die in der Laterne brennen wird bis wir wieder gemeinsam in der Bricciuskirche Gottesdienst feiern werden. Dann wird die Osterkerze mit dem Feuer der Osternacht entzündet und das Licht kündet von der Nacht der Auferstehung.

Danke an die Deckenpfronner Kirchengemeinde für diese Idee.

Ostergottesdienst

Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern feiern wir keine gemeinsamen Gottesdienste in der Bricciuskirche. Die Themen der Feiertage gehen uns trotzdem zum Teil sehr nahe.

Für jeden Feiertag stellen wir eine Predigt zur Verfügung (s.u.) und für das Osterfest hat Pfarrerin Christina Krause sich einen Zu-Hause-Gottesdienst überlegt. Den kann man sich ausdrucken oder mitsamt Liedblatt und Osterkerzen in der Kirche oder vor dem Pfarrhaus abholen - und mitfeiern.

So möge euch und Ihnen dies Impuls sein für die Tage. Am Osterdienstag wird es dann wieder einen Tagesimpuls hier auf der website, auf insta oder facebook geben.

Gott behüte euch!

 

Zum Download bitte anklicken:

Predigt am Karfreitag von Nikolaus Hueck.

Ostergottesdienst von Christina Krause.

Fällt Ostern aus? Gedanken von Pfarrer Uwe Langsam, Crailsheim.

weitere Predigten: https://predigten.evangelisch.de/

 

 

Von der Gnade

Mein Herz hat es mit der Rechtfertigung aus Gnade noch immer nicht verstanden.

 

Es spielt „Wenn-dann“.

 

Hätten wir doch nicht das Reisen so billig gemacht. 

Dann wär‘ dieser blöde Virus nicht so schnell um die Welt gereist.

 

Hätten wir uns mehr vorbereitet auf eine Pandemie und weniger Witze über die Chinesen gemacht, 

dann wäre es jetzt nicht so krass anders geworden.

 

Wenn ich jetzt brav zuhause bleibe, 

dann wird alles bald wieder, wie ich es gewohnt bin.

 

Wenn ich brav bin, 

dann bleibt mir Leid erspart. Okay, Gott?

 

Aber ob es gerecht ist, 

dass einem Wenn immer ein Dann folgt. 

Das fragt keiner.

 

Früher dachten sie: 

Wenn wir ein Tieropfer bringen, 

dann vergibt uns Gott unsere Schuld.

 

Aber dann folgte dem Wenn kein Dann.

 

Es gab da so einen, der hob alle Regelungen auf. 

Er ging durch den absoluten Nullpunkt der menschlichen Existenz 

und tat Dinge, die unberechenbar waren. 

Er litt.

Er wurde nicht hineingelassen in die Mitte der Stadt. 

Dabei war er zentral.

 

Jesus, der Christus.

 

Dem Wenn folgte kein Dann, nicht bei Christus. 

Abgerissen war sein Leben. 

Angerissen nur das, was er tat, 

was den Menschen Hoffnung brachte 

und Heilung für Wunden der Ausgrenzung und der Angst.

Überrissen werden wir es nie ganz haben, 

was mit Jesus zu Ostern geschah. 

Es sprengt alles, was wir bisher kennen.

 

Durch seine Unberechenbarkeit wurde er zur Mitte sogar der Zeit, Jesus. 

Vor Christus war es ganz anders als es nach Christus je wieder sein kann.

 

Er führte uns vor Augen, was Gnade ist. 

Nicht etwas Glattes, Spiegelndes, mit Wohlgeruch, womit man angeben möchte,

sondern etwas Unansehnliches, das riecht nach Schweiß und Blut und Tränen. 

Gnade ist errungen. 

Sie wurde nicht billig in China hergestellt.

 

Gnade geht nach vorne, in die Zukunft. 

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

 

Gnade geht nicht in die Vergangenheit. 

Daran ist Gnade nicht interessiert. 

Sie stellt keinen idealen Urzustand wieder her.

 

Dass ich alles erklären kann. 

Das ist nicht Gerechtigkeit. 

Das ist nicht Gnade.

 

Gnade ist radikal neu. 

Undenkbar. 

Geschenkt.

 

Alice im Wunderland sagt: 

„Ich wusste heute in der Früh, wer ich war, aber ich habe mich seither ein paar Mal verändert.“

 

Jetzt versteht es mein Kopf ein bisschen besser, mit der Rechtfertigung aus Gnade.

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. 

Amen.

 

Von Elizaebeth Morgan-Bukovics zum Sonntag Judika

Ostersteine

In dieser Woche bemalen wir Ostersteine.

Der weggerollte Stein am Grab steht für die Hoffnung und die Liebe, die stärker ist als der Tod.

Bemalte (und anschließend mit (Nagel)Lack fixierte) Steine legen wir uns gegenseitig und einem lieben Menschen vor die Haustüre und/oder am Ostersonntag als lange Raupe vom Friedhof zur Kita Würmstrasse.

Machst du mit?

Anfassen & Berühren

Wir fassen uns nicht an – aber wir können uns berühren!

 

Elia in Angst. Elia verzweifelt.

 

Elia rennt in die Wüste, allein, verzweifelt, todesnah.

 

Und siehe, ein Engel rührte ihn an  ...

 

1. Könige 19, 3-8 (siehe Foto)

 

Berühren verboten! Kein Handschlag. Keine Umarmung.

 

Kein Küsschen links und rechts …

 

Wir verzichten darauf – freiwillig. Sind wir verrückt geworden?

 

Nein, wir sind vorsichtig und rücksichtig und weitsichtig!

 

Aber wenn wir nicht hoffen dürften, dass das alles auch vorbei geht, wäre es nicht zu ertragen! Ich hoffe. Und ich glaube. Ich besinne mich und kehre immer wieder  von den Rändern meines Wesens, da wo die Angst sitzt, in die Mitte zurück.

 

Die Mitte: Das was war und immer bleiben wird. Die Ewige Gegenwart. Der Eine.

 

Da ist Kraft. Da sind Möglichkeiten. Da bleibe ich ewig berührbar und werde berührt.

 

Dafür bin ich dankbar und damit möchte Euch wirklich anstecken:

 

Ich bin berührt von den vielen Zeichen der Solidarität in unserer Stadt                                                                   

und dankbar für die Menschen, die soviel möglich machen.

 

Ich bin berührt von der Musik am offenen Fenster           

und dankbar für die Lieder, die ich mitsingen kann.

 

Ich bin berührt von engagierten Ehrenamtlichen             

und dankbar für die tollen Hilfsangebote zum Einkaufen und Kochen.

 

Ich bin berührt von der Kraft der medizinisch Helfenden und dankbar für die Ernsthaftigkeit von Politikerinnen und Politikern.

 

Ich bin berührt von Gebeten – analog und digital            

und dankbar für Kluges und Sachliches, was hilft und klärt.

 

Ich bin berührt von der Verbundenheit die bleibt, auch wenn wir uns nicht sehen können                                    

und dankbar für die technischen Möglichkeiten unserer Zeit.

 

Ich bin berührt von Hoffnung                                            

und dankbar für jeden neuen Morgen auf dieser schönen Erde.

 

Was berührt Sie? Wofür bist Du besonders dankbar?

 

* * *

 

Das alles und viel mehr lässt sich murmeln, sagen, singen, beten, weitergeben am Telefon, online oder in einem Brief – und auch in Gedanken tief im Herzen.

 

Wir fassen uns nicht an – aber wir können uns berühren!

 

Wie ein Engel in der Geschichte des Propheten Elia können wir sein und darin Gott, die Ewige, den Einen zum Schwingen und Klingen bringen mitten in dieser seltsam lebensfernen und doch lebendigen Zeit!

 

Der Weg vor uns ist lang. Keiner geht allein.                    

Wir fassen uns nicht an. Aber wir berühren einander      

und wir sind verbunden.

 

Gott ist da. Wir sind da. So ist es gut.

 

 

Aus: Andacht To Go für die Wäscheleine vor der Kirche St. Nicolaus (Evangelische Stiftung Alsterdorf, Hamburg) 

Almhütte und Powerriegel

Heute hätten wir einen lebendigen Abendmahl-Familien-Konfi3-Gottesdienst gefeiert. An Palmsonntag. Wo die Menschen Jesus zugejubelt haben als er in Jerusalem einzog. Bevor dieselben Menschen wenige Tage später seine Kreuzigung forderten. Hochgelobt und tiefer Fall liegen so nah beieinander. 

 

Da wir das aus eigener Erfahrung in all seinen Schattierungen kennen, finde ich das Abendmahl so genial. Da kommen wir zusammen. Vor Freude jauchzend und vor Trauer ganz still. Als Familie oder alleinstehende Frau. Wir sind zusammen. Wie nach einer anstrengenden und schönen Wandertour auf einer Almhütte. Gezeichnet vom Weg. Vereint am Tisch. 

 

Dort gibts dann Stärkung. Für den Pausentag oder die nächste Wegstrecke. Die wir alleine oder ein Stück in Gemeinschaft gehen. Gestärkt. Verbunden. Durch ein gemeinsames Mahl. Das ist dann wie ein Powerriegel. Der Kraft gibt. Für die je eigenen Wege. 

 

Denn Jesus geht mit. Er kennt die Höhen und Tiefen des irdischen Lebens. 

 

„Ich bin bei euch alle Tage. Bis an der Welt Ende.“ 

 

Gehet hin in Frieden!

Vom Segen sein und Segnen

Heute wären wir mit dem Kirchengemeinderat im Kloster Kirchberg gewesen zur Klausur. Es wäre Zeit gewesen um uns in der neuen Zusammensetzung näher kennen zu lernen. Zu entdecken, was für Schätze im anderen so schlummern. Wo der Schalk sitzt und wo die Tiefe. Wo das Analytische und wo der Pragmatismus. Und wo die Mischung zwischen alledem. 

 

Thematisch wollten wir uns mit Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare beschäftigen. In den letzten Jahren hat die Landessynode um einen Kompromiss gerungen. Nun dürfen manche Gemeinden gleichgeschlechtliche Paare in einem Gottesdienst segnen - wenn der Kirchengemeinderat und der Pfarrer dem zustimmen und die Gemeinde dazu gehört wird. 

 

Nun haben wir alle zu Hause ein Heftlein mit den verschiedenen theologischen Positionen und Vorträgen und lesen uns selber ein. Und verschieben die Diskussion und den Beschluss. 

Wer mitlesen möchte, darf mir eine Mail schreiben und ich schicke diese dann zu. 

 

Dass Gottes Segen allen Menschen gilt - dass ist unstrittig. Doch erleben wir dieser Tage, dass nicht jeder und jedem dieser Segen gleichermaßen zugesprochen werden kann. Es macht einen Unterschied den Zuspruch Gottes am Telefon zu hören oder persönlich zu erfahren. Es macht einen Unterschied ob ich vom Gesegnetsein lese oder mir am Krankenbett die Hand gehalten bekomme. Es macht einen Unterschied ob ich mit meinem Partner oder meiner Partnerin gemeinsam vor dem Altar Gottes Segen empfange oder im Wohnzimmer. 

Dennoch: Gott segne dich heute in deinem Tun und Lassen.

Beschenkt oder vergessen?

Als ich die letzten Tage von Hefe, Zöpfen und Heidelbeeren schrieb, die uns ganz unverhofft geschenkt worden sind, rief mich eine Kollegin an. Die nicht so reich materiell beschenkt worden sei. Und hören wollte, wie es mir denn in meiner Glückseligkeit ginge. 

 

Gar nicht gut. Die Geschenke sind nur die eine Seite. Um selber den Blick auf das Unverhoffte und Schöne in diesen Tagen nicht zu verlieren. 

 

Seit Freitag sind wir Krankenhausseelsorger auf den Isolierstationen unterwegs. Werden gerufen. Von Mitarbeitenden, Angehörigen, Patient:innen. Zum Zuhören, Beten, Segnen. Zur Sterbebegleitung. 

 

Das kostet Kraft. Seelisch und in der Schutzausrüstung auch ganz körperlich. Und dies ist so notwendig. Auch wenn es die Not nicht wendet. So ist es doch zumindest ein Hoffnungsstrahl. Für die Mitarbeitenden. Die Angehörigen. Die Patient:innen. 

 

Jesus ist zu den Ausgegrenzten gegangen. Den Ausgesonderten. Den Aussätzigen. Das ermutigt mich immer wieder hinzugehen. Und mich erschüttern und berühren zu lassen. 

 

Dies lässt meinen Blick um so dankbarer und sehnsüchtiger werden für all die unverhofften Geschenke und Schönheiten. Wie einen Hefezopf oder das nestbauende Vogelpaar im Strauch vor dem Haus oder der Freund, der unsere Obstbäume schneidet und auch noch das Schnittgut wegfährt. 

Heilige Corona

Wann sie lebte und wo sie lebte - darüber sind sich die Historiker nicht so einig. Ob im ersten oder zweiten Jahrhundert. Ob in der heutigen Türkei, in Syrien, Italien, Frankreich oder Ägypten. Ist auch egal. Und gehört hab ich von ihr nur, weil ein Virus umgangssprachlich so heißt. 

 

Auf griechisch heißt sie Stephana. Die Gekrönte. Und wie sie ermordet worden ist, zeigt ihr Heiligensymbol: Der Palmzweig. Vielleicht erkennen Sie ihn auf dem Straßburger Kirchenfenster. 

 

Corona: Die Gekrönte. Das sind wir doch eigentlich alle. Alle tragen wir die Gotteskindschaft in uns. Den göttlichen Hauch. Den Lebensodem. 

 

Auch wenn nicht immer alles glatt läuft. „Hinfallen. Aufstehn. Krone richten. Weitergehen.“ Wir alle stolpern mal. Über unsere Ängste. Über die Fülle an Arbeit. Über die Langeweile. Über meine Schatten. Oder einfach nur das Kinderspielzeug im Flur. 

 

Doch meine Würde, meine Krone kann mir keiner nehmen. Auch wenn nicht alle Stephan oder Corona heißen.

 

Gott spricht Ihnen zu: „Du bist mein geliebtes Kind. An dir habe ich Wohlgefallen.“

 

Komme was da wolle. 

 

Darin kann uns die Heilige Corona ein Glaubensvorbild sein. 

Kapuze

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum eine moderne Textilfirma immer Kapuzen an die Pullis näht? Ist doch Stoffverschwendung. Und weniger Platz in Waschmaschine und Kleiderschrank.

 

Neulich fiel mir eine Filmszene aus „Willi will‘s wissen“ ein („Warum werden manche Männer Mönche?“). Da erklärt ein Mönch, dass sie die Kapuzen aufziehen, wenn sie im Schweigen sind. Und dann werden sie auch nicht angesprochen. Haben ihre Ruhe. Können in Ruhe beten. Meditieren. Mit dem Ursprung des Lebens, dem Leben selbst in Kontakt sein. 

 

Ich hab‘s gleich ausprobiert ... aber bei uns im Haus ist diese Regel schwer einzuführen. Wäre nur mir Ohrstöpsel möglich. 

 

In unseren Familien braucht es andere Rückzugsmöglichkeiten. Ein Abendgebet. Ein Spaziergang in die geöffnete Kirche. Mittagsruhe. Ein Kaffee im Garen. 

 

Was sind ihre Orte und Zeiten? 

Angetaut

In der Kälte dieser Tage hat die Nachbarin ihre Gefriertruhe abgetaut. Als sie wieder einräumen wollte, sah sie, dass die Sonne gewandert. Das Gefriergut lag nicht mehr im frostigen Schatten. Die Sonne hatte mit ihrer Kraft alles an- und aufgetaut. 

 

So wurde die Nachbarschaft mit einem Leckerbissen nach dem Anderen überrascht und beschenkt. 

Was wir an Früchten nicht gleich essen konnten, haben wir eingekocht: Heidelbeermarmelade. Und dies mit Naturjoghurt vermischt ... mmhhhh ... ein Gaumenschmaus. 

 

Es sind die kleinen Geschenke des veränderten Alltags, die ich nun viel intensiver wahrnehme und genieße - weil der hektische Trott mich nicht weiter treibt. 

 

Was wurde euch in den letzten Tagen unverhofft geschenkt?

Malwettbewerb 3

In dieser Woche reihen wir uns ein in die Regenbogenaktionen. Malt eure Regenbogen an Fenster und Türen, auf Tassen und Papier. Macht davon ein Foto und hängt dies an unseren Pfarrgartenzaun. Oder schickt es uns per Mail und wir drucken es auch. Oder mal einen ganz neuen Regenbogen.

Der Regenbogen als Zeichen für die Hoffnung. Dass das Leben siegt. Dass das Zuhause-Bleiben einen Sinn hat. Und wir verbunden bleiben.

Hefe & Gebäck

Am Samstag wollte ich ein Lied singen: „Sag mir wo die Hefe ist, wo ist sie geblieben? Sag mir wo die Hefe ist, was ist geschehn?“

 

Seit zwei Wochen gibts in keinem Laden Hefe mehr - wenn ich den Laden betrete. Und ich hätt sooooo Lust auf einen frischen Hefezopf. 

Da sehnte ich mich nach alten Zeiten zurück, wo man Kuchen und Schinken im Pfarrhaus vorbeibrachte. Einfach so. 

 

Und ihr glaubt es kaum: Am Morgen klingelte es an der Haustüre. Ob wir Hefe wollten. Zwei (!) Würfel. Ohne Witz!

Und abends klingelt‘s wieder. Diesmal ein frisch gebackener Zopf. Megalecker. 

Das sind für mich Wunder. Wenn da mal nicht Gott für einen sorgt. Halleluja!

 

Und als Krönung hab ich die Schätze noch fotografiert und mit dem Filter ... klar: „Hefe“ bearbeitet. 

Lasst euch den Tag heute auf der Zunge zergehen. Er ist voller Wunder!

Sonntag Judika - Gebet & Predigt

Du bist da, Gott.

Ich gebe mich in deine Hand.

Nicht aus mir selbst muss ich Tag für Tag bestehen.

Deine Kraft ist in mir. Du bist mir Halt.

Ich muss nichts an mich reißen, nichts in meine Erwartung zwingen.

Du weißt, was ich brauche. Du bist mir zugewandt.

Du bist da, Gott, mit deiner Gegenwart, die alles durchdringt:

die Begrenztheit meiner Vernunft,

den Nebel meiner Gedanken, die Mauern meiner Angst.

 

Jeder Tag ist ein Gang ins Ungewisse, aber deinen Augen entgleite ich nicht.

Du siehst, wo ich gefährdet bin von außen oder von innen.

Ich anvertraue mich deinem Schutz.

Du schaust mein Innerstes. Kein Gedanke ist in mir,

mit dem ich allein bleibe, keine Empfindung,

die an dir vorüberginge.

Auch was mir verborgen ist, ist aufgehoben in dir.

Was immer auf mich wartet, ich bin in deiner Hand. Amen.             

 

Gestern erreichte mich dieses gebet von meinem Heimatpfarrer. Eine tolle aktuelle Predigt schickte er auch gleich mit, die ihr hier nachlesen könnt.

Komm mit uns zu den Arche-Typen

Drin bleiben müssen. Eingesperrt in einen Käfig. Und draußen tobt die Sintflut. So ging es den Tieren auf der Arche. Folge mit uns den Abenteuern von Malkut und Ewla – zwei kleine Nager, die sich aus ihrem Käfig stellen und auf ihrer Reise verschiedenen Tieren begegnen…

 

Das Online-Bibel-Spiel „Arche-Typen“ des Öschelbronner Pfarrers Rainer Holweger nimmt nicht nur Kinder und Jugendliche mit auf eine Reise durch die ersten Kapitel der Bibel – von der Erschaffung der Welt bis zur Flut.

 

Am Ende jeder Geschichte gibt es eine Frage – und für die richtige Antwort eine Lösungssilbe. Die Lösungssilben ergeben in der richtigen Reihenfolge den Lösungssatz.

 

Mitmachen – und gewinnen!

 

Wir laden euch ein: Spielt mit – und sendet uns eure richtige Antwort bis Gründonnerstag, 9. April 2020 per E-Mail oder werft uns eine Postkarte in den Briefkasten am Pfarramt.

 

Wir verlosen unter den großen und kleinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Preise und Überraschungen, die wir zu Ostern verteilen.

 

Hier geht es zum Spiel:

 

http://bibel-spiele.net/noah/

Das Kreuz (ein Körpergebet)

Ich stehe aufrecht. Aufgerichtet. Mit den Füßen geerdet. Auf festem Boden. Mein Kopf ruht auf den Schultern. Der Blick geht in die Weite. 

Ich hebe langsam meine ausgestreckten Arme bis auf Schulterhöhe. 

 

„Gott, so stehe ich vor dir im Kreuz meines Lebens. Ausgespannt zwischen den Polen meines Lebens. Zwischen heute und morgen. Zwischen Angst und Vertrauen. Zwischen Familientrubel und Sofaruhe. Zwischen Rückzug und Sehnsucht nach Gemeinschaft. Ausgespannt zwischen den Polen meines Lebens.“

 

Ich drehe die Handfläche nach oben. 

Im Kreuz meines Lebens bin ich ein Empfangender. Eine Empfangende. Beschenkt. Gesegnet. Geliebt. Gehalten. Getragen. 

 

Ich führe langsam meine Ausgestreckten Arme nach oben bis sich die Handflächen über dem Kopf berühren. 

 

Gott, nun stehe ich im anderen Kreuzesbalken vor dir. Ausgestreckt zwischen Himmel und Erde. Himmel und Erde berühren sich in mir.“

 

Ich führe langsam die Hände vor mein Herz und bilde mit diesen eine Schale. 

 

Dies ist mein Maß. Mein mir anvertrautes Maß. Das habe ich empfangen. Das kann ich teilen. Mehr nicht. Das genügt. Für heute. 

 

Amen.

Psalm 91

Es war am Abend in der Bricciuskirche. Langsam fand ich inneren Frieden. Die Ruhe des Raumes beruhigte meine Seele und mein Herz. Als plötzlich eine Stimme die Stille durchbrach. Eine Frau saß einige Bankreihen hinter mir und begann den 91. Psalm zu beten. Worte, die mir vom Nachtgebet, der Komplet, vertraut waren. Und die Balsam für meine Seele waren. Worte wie aus einer anderen Welt. Engelsworte.

Wer unter dem Schirm des Höchsten Sitz und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.

Denn er errettet dich ... von der verderblichen Pest.

Er wird dich mit seinen Fittichen decken ... dass du nicht errschrecken musst vor dem Grauen der Nacht ... vor der Pest, die im Finstern schleicht ...

Denn der Herr ist deine Zuversicht.

Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen. Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf Händen tragen.

"Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Ich bin bei ihm in der Not."

aus Psalm 91

Es ist gut

zart ist

unser Gott

im knospenden Frühling

lässt er

dürres Holz

treiben

 

Gott segne dich

mit Hoffnungsgrün

und mit Augen

die die knospenden Blüten

wahrnehmen

 

Gott segne dich

mit Lebensliedern

und mit Ohren

die dem Gesang der Vögel

trauen

 

Gott segne dich

mit Wagemut

und dem Wissen

dass es Menschen gibt

die sagen:

„es ist gut, dass du da bist.“

 

Katja Süss

Von Kälte und Schatten

Gestern kam der Tanklaster um unseren Öltank zu füllen. Als ich am Abend durchgefroren aus der Kirche kam und frierend am Abendessen saß, fiel es mir wieder ein. Bei frostigen Außentemperaturen sollte man kein Heizöl kaufen - und die Heizung ausgeschaltet lassen. 

 

Neben der Kälte draußen höre ich dieser Tage immer öfter auch von innerer Kälte, von erkalteten Beziehungen und Härte. Die Herausforderungen des Alltages zu Hause mit Kindern und Homeoffice, mit Brettspielen und Haushalt ... da wirft die Kälte draußen uns noch mehr zusammen. Und lässt uns dünnhäutiger werden. Wir gehen uns auf die Nerven. Können uns nicht mehr so leicht aus dem Weg gehen. 

Die Corona-Krise fegt mit eisigem Wind mir meine so lieb gewordenen Verhaltensstrategien und Ablenkungsmuster weg. Nun werde ich mit meinen Schatten und all den Persönlichkeitsanteilen, die ich nicht so mag konfrontiert. 

Manche reagieren sehr hitzig darauf. Auf die nun offen hervortretenden wunden Punkte. Deshalb nimmt auch die häusliche Gewalt dieser Tage so erschreckend zu. 

Andere gehen in die Erstarrung und ziehen sich (emotional) zurück. 

 

Ich habe mich gestern in die Kirche gesetzt. 

Es braucht Zeiten und Orte, wo ich mich ausrichten kann. 

Die Wunden lecken kann. 

Der Schatten sein darf. 

Ich alles betrauern kann. 

All das, was mich erschüttert. 

In der Welt. 

In meiner Umgebung. 

In mir. 

 

In der Natur lösen die energiereichen Sonnenstrahlen die Knospen aus der Erstarrung, damit diese sich entfalten können. 

Was löst MICH aus der Erstarrung, Verhärtung, inneren Emigration?

Welche Worte, Gesten, Räume, Pflanzen, Menschen, ... tun mir und meiner Seele gut? 

Damit ich mich entfalten kann? 

Eine Perspektive bekomme? 

Trotz meiner offen zu Tage tretenden Schatten und Baustellen?

 

Ich gehe heute wieder in die Kirche. Zünde eine Kerze an.  Weil mir dieser Raum gut tut. Wo seit vielen Jahren gehofft und geweint und gefeiert und gebetet wird. Und jede und jeder so willkommen ist, wie er oder sie gerade ist. So bin ich geliebt. 

Und darf mich in dieser Geborgenheit entfalten. 

Im Schein der Kerze und unter dem liebenden Blick Gottes. 

Malwettbewerb 2

Wir starten in die zweite Runde, denn am Pfarrgartenzaun hat es auf der Seite der Jagststrasse noch viiiieeel Platz.

Neues Thema: mein Lieblingstier. Wir sind gespannt auf die vielen Tiere, die ihr malt.

Und weil zu einem Wettbewerb auch ein Preis gehört und wir uns nicht entscheiden konnten bei den vielen Kunstwerken, gibt es für alle Malerinnen und Maler vor der Pfarrhaustüre ein Päckle Bleistifte mit Samen drin.

Also: Ran an die Stifte!

Sonntag Lätare

Auf den Sonntag Lätare freue ich mich lange schon in der Passionszeit. Er ist eine kleine Insel der Hoffnung. "Klein-Ostern" sagen viele dazu, das die Dunkelheit vertreiben will. Wie sehr wünsche ich mir in diesen Tagen Ostern herbei. Doch wir stehen gerade mitten drin in einem „Ausnahmezustand“. Deshalb brauche ich Inseln der Zuversicht. Ich brauche eine Pause von der Berichterstattung über das Corona-Virus. Ich brauche einen Moment am Fenster mit dem Blick auf die erwachende Natur. Ich brauche ein Lied, das mich innerlich stärkt.

1) Jesu, meine Freude, / meines Herzens Weide, / Jesu, meine Zier,
ach wie lang, ach lange / ist dem Herzen bange / und verlangt nach dir!
Gottes Lamm, mein Bräutigam, / außer dir soll mir auf Erden /
nichts sonst Liebers werden.

Das Lied „Jesu, meine Freude“ hätten wir heute im Gottesdienst in der Bricciuskirche gesungen. Es ist ein altes Lied mit ungewohnten Worten und das Wochenlied für den Sonntag Lätare. Es klingt in mir. Das Lied beschreibt die Spannung zwischen der bedrohlichen Welt und dem inneren Frieden in Gott. Johann Frank schrieb es im 17. Jahrhundert zur Zeit des dreißigjährigen Krieges. Er kannte Leid und Tod. Gerade deshalb textet er solche zuversichtlichen Zeilen.

2) Unter deinem Schirmen / bin ich vor den Stürmen / aller Feinde frei.
Laß den Satan wettern, / laß die Welt erzittern, / mir steht Jesus bei.
Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, / ob gleich Sünd und Hölle schrecken, / 
Jesus will mich decken.

Die Farbe des Sonntags Lätare ist rosa. Eine Mischung aus dem Violett der Passion und dem Weiß von Ostern. Beides will ich heute zusammenhalten: Meine Sorge und meine Zuversicht.

In Verbundenheit mit anderen Menschen hier in Oberjesingen, sowie im ganzen Land und in der Ökumene freue ich mich heute Abend um 19 Uhr wieder das Licht der Hoffnung anzuzünden um beim Glockengeläut verbunden zu sein.

6) Weicht, ihr Trauergeister! / denn mein Freudenmeister, / Jesus, tritt herein.
Denen, die Gott lieben, / muß auch ihr Betrüben / lauter Freude sein.
Duld ich schon hier Spott und Hohn, / dennoch bleibst du auch im Leide, /
Jesu, meine Freude.

 

 Danke an Pastorin Ulrike Koehn für die Idee dieses Impulses!

Kinderkirche digital

Herzliche Einladung an alle Familien und jung Gebliebene am Sonntag den Kindergottesdienst in den Wohnzimmern live mit zu feiern.

Für die Erwachsenen gibt es eine Fülle an anderen Gottesdienstformaten: Den Fernsehgottesdienst, Andachten im Radio oder gestreamte Gottesdienste aus der Umgebung. Wo alles Gottesdienste gefilmt werden, findet sich hier:https://www.elk-wue.de/gemeindeleben-online

Ausgedruckte Predigten, Texte und Impulse gibt es - bei gutem Wetter - vor der Bricciuskirche oder - bei jedem Wetter - vor der Pfarrhaustüre als "Kirche to go".

Licht der Hoffnung

Auch wir machen mit beim Licht der Hoffnung und beim Balkonsingen jeden Abend um 19.30 Uhr.

Jeden Tag läuten nun um 19.30 Uhr die Glocken unserer Bricciuskirche. Wir entzünden die Osterkerze und laden Sie und euch herzlich ein zu Hause ebenfalls eine Kerze anzuzünden und diese ins Fenster zu stellen.

Durch das Geläut der Glocken, das Sprechen eines freien Gebets oder des Vaterunsers oder einfach nur durch die Verbundenheit sind wir vernetzt und eine Gemeinschaft - durch das Licht der Hoffnung.

Im Anschluss an das Glockengeläut reihen wir uns ein in das landesweite Balkon- oder Gartensingen und singen an unseren Fenstern, auf unseren Balkonen oder in unseren Gärten das Lied "Der Mond ist aufgegangen".

 

 

Ein Lächeln

Am Montag bekam ich bei drei Bäckern kein Brot mehr am frühen Nachmittag. Vorgestern kein Toilettenpapier mehr im Supermarkt. Gestern kein Hartweizengrieß mehr in der Mühle.

Dennoch führen wir ein Leben in Fülle. Die Regale sind immer noch reichlich gefüllt. Doch am Meisten berührt und freut mich in diesen Tagen mit wie vielen Menschen ich in Kontakt komme. Wann hat mir zum letzten Mal jemand an der Obstauslage zugelächelt? Wann habe ich zum letzten Mal mit jemandem in der Schlange an der Kasse gesprochen? Wann habe ich zum letzten Mal einem fremden Menschen meine Handynummer gegeben?

Ein Lächeln verschenken, ein Stück frisch gebackene Pizza über den Gartenzaun reichen oder eines der warmen duftenden Brote verschenken, die Gemälde am Pfarrgartenzaun bewundern ... ja, wir haben auch ein Leben in Fülle. Und Zeit mit den Kindern im Garten Pizza und Brot zu backen.

Und auf einem Brot der alte Brotsegen mit einem Stempel in den Teig gedrückt: JHS - die griechischen Anfangsbuchstaben von „Jesus-Sohn-Retter“. Darauf vertrauen wir in diesen turbulenten Zeiten. Gott sorgt für uns und unser täglich Brot.

Ein Gebet

Ein Gebet


Ich treffe dich auf den Balkonen,
von denen in italienische Straßen deine Zuversicht gesungen wird.

Ich treffe dich in den Zetteln an den Türen, an denen Nachbarn durch Hilfe für andere deine Liebe üben.

Ich treffe dich in der Fürsorge,
die meine Liebsten auf allen Wegen um mich kümmern lässt.

Ich treffe dich im Gebet, selbst in den stillen, kurzen, und du trägst meine Ängste mit.

Auch in schwierigsten Zeiten, auch in der Unsicherheit,
in der Distanz,
im Stillstand
bist du da.

In unzähligen Malen „Fürchte dich nicht! “ hast du uns das mehr als versprochen.
Gott, auch wenn die Türen deiner Häuser geschlossen und ihre Bänke leer sind,
feiern wir dich im Gottesdienst -
immer dort, wo ich dich treffe.

***

Danke an Veronika Rieger, angehende Pfarrerin und freischaffende Poetin @riegeros für diese berührende Zeilen, die wir gestern im Krankenhaus verteilt haben und die auf @herz.netz.werk veröffentlicht worden sind. Habt einen guten und sonnigen Tag!

Ein Malwettbewerb

Ein Malwettbewerb für jung und alt: Malt ein Bild und pinnt es an den Pfarrgartenzaun. Auf dass unser Leben bunter werde statt grau in grau!

Verzicht gibt Raum für Neues

Ein Blick auf den Chorraum der Bricciuskirche von außen und innen: Bei der Neugestaltung des Chorraumes wurde 1958 für das farbenprächtige Gemälde von Rudolf Schäfer das Rosettenfenster zugemauert.

Manchmal muss man auf etwas Gewohntes verzichten. Etwas Liebgewonnenes ziehen lassen. Etwas annehmen, was einem künftig verschlossen bleibt.

Die Corona-Pandemie ist für viele gerade beängstigend, isolierend, herausfordernd und nervig. Anderen bietet sie völlig neue Freiräume.

Uns als Kirchengemeinde schmerzt es auf die Gottesdienste zu verzichten und unsere Gruppen und Kreise absagen zu müssen.

Dafür gibt es ganz neue Ideen und Angebote, wofür wir sonst nicht die Kapazität gehabt hätten.

Was wir in dieser veränderten Situation noch alles anbieten, finden Sie hier.

Kirche und Gemeinde suchen nach neuen Wegen in und für die Gemeinschaft.

„Dies ist der Tag, den der Herr macht. Lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“ Psalm 118,24

Sonntag Okuli

Heute Morgen hat sich eines unserer Kinder liebevoll den Sonntagsfrühstückstisch gedeckt. Seit jeher wird in der Fastenzeit vor Ostern "nur" werktags gefastet - und am Sonntag das Leben gefeiert: die Auferstehung, den Sieg über das Lebenswidrige & den Tod.

Wie schön, dies in den Sorgen der aktuellen Lage durch solch ein berührendes Sonntagsgedeck im prallen Sonnenschein und der ganz eigenen Stille eines Sonntagmorgens zu erleben.

Meine Gedanken wandern zu all den Betroffenen in diesen Tagen, die isoliert oder unter Quarantäne stehen, die sich aus Sorgen und Angst nicht mehr vor die Türe trauen. Zu all den bewundernswerten Helferinnen und Helfern. Zu all jenen, die liebevoll Veranstaltungen geplant haben und die nun ausfallen. Zu all jenen, die in den letzten Tagen Entscheidungen treffen mussten (und weiterhin tun) und nicht wissen, ob sie richtig waren oder sie gar zu zögerlich.

Heute am sonnigen Sonntag OKULI richtet sich unser Blick auf Gott. Er ist bei uns und geht mit uns in und nach den chaotischen Zeiten sichere und gute Wege.

"Fürchte dich nicht!" sagt Gott uns immer wieder zu. Mögen wir uns diese Worte zu Herzen nehmen und uns nicht aus Angst vor der Angst abkapseln und aufgeben.

Heute ist Sonntag. Wir feiern das Leben - aller Widrigkeiten zum Trotz. Und sei es nur mit einem festlich gedeckten Tisch.