Kapuze

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum eine moderne Textilfirma immer Kapuzen an die Pullis näht? Ist doch Stoffverschwendung. Und weniger Platz in Waschmaschine und Kleiderschrank.

 

Neulich fiel mir eine Filmszene aus „Willi will‘s wissen“ ein („Warum werden manche Männer Mönche?“). Da erklärt ein Mönch, dass sie die Kapuzen aufziehen, wenn sie im Schweigen sind. Und dann werden sie auch nicht angesprochen. Haben ihre Ruhe. Können in Ruhe beten. Meditieren. Mit dem Ursprung des Lebens, dem Leben selbst in Kontakt sein. 

 

Ich hab‘s gleich ausprobiert ... aber bei uns im Haus ist diese Regel schwer einzuführen. Wäre nur mir Ohrstöpsel möglich. 

 

In unseren Familien braucht es andere Rückzugsmöglichkeiten. Ein Abendgebet. Ein Spaziergang in die geöffnete Kirche. Mittagsruhe. Ein Kaffee im Garen. 

 

Was sind ihre Orte und Zeiten? 

Angetaut

In der Kälte dieser Tage hat die Nachbarin ihre Gefriertruhe abgetaut. Als sie wieder einräumen wollte, sah sie, dass die Sonne gewandert. Das Gefriergut lag nicht mehr im frostigen Schatten. Die Sonne hatte mit ihrer Kraft alles an- und aufgetaut. 

 

So wurde die Nachbarschaft mit einem Leckerbissen nach dem Anderen überrascht und beschenkt. 

Was wir an Früchten nicht gleich essen konnten, haben wir eingekocht: Heidelbeermarmelade. Und dies mit Naturjoghurt vermischt ... mmhhhh ... ein Gaumenschmaus. 

 

Es sind die kleinen Geschenke des veränderten Alltags, die ich nun viel intensiver wahrnehme und genieße - weil der hektische Trott mich nicht weiter treibt. 

 

Was wurde euch in den letzten Tagen unverhofft geschenkt?

Malwettbewerb 3

In dieser Woche reihen wir uns ein in die Regenbogenaktionen. Malt eure Regenbogen an Fenster und Türen, auf Tassen und Papier. Macht davon ein Foto und hängt dies an unseren Pfarrgartenzaun. Oder schickt es uns per Mail und wir drucken es auch. Oder mal einen ganz neuen Regenbogen.

Der Regenbogen als Zeichen für die Hoffnung. Dass das Leben siegt. Dass das Zuhause-Bleiben einen Sinn hat. Und wir verbunden bleiben.

Hefe & Gebäck

Am Samstag wollte ich ein Lied singen: „Sag mir wo die Hefe ist, wo ist sie geblieben? Sag mir wo die Hefe ist, was ist geschehn?“

 

Seit zwei Wochen gibts in keinem Laden Hefe mehr - wenn ich den Laden betrete. Und ich hätt sooooo Lust auf einen frischen Hefezopf. 

Da sehnte ich mich nach alten Zeiten zurück, wo man Kuchen und Schinken im Pfarrhaus vorbeibrachte. Einfach so. 

 

Und ihr glaubt es kaum: Am Morgen klingelte es an der Haustüre. Ob wir Hefe wollten. Zwei (!) Würfel. Ohne Witz!

Und abends klingelt‘s wieder. Diesmal ein frisch gebackener Zopf. Megalecker. 

Das sind für mich Wunder. Wenn da mal nicht Gott für einen sorgt. Halleluja!

 

Und als Krönung hab ich die Schätze noch fotografiert und mit dem Filter ... klar: „Hefe“ bearbeitet. 

Lasst euch den Tag heute auf der Zunge zergehen. Er ist voller Wunder!

Sonntag Judika - Gebet & Predigt

Du bist da, Gott.

Ich gebe mich in deine Hand.

Nicht aus mir selbst muss ich Tag für Tag bestehen.

Deine Kraft ist in mir. Du bist mir Halt.

Ich muss nichts an mich reißen, nichts in meine Erwartung zwingen.

Du weißt, was ich brauche. Du bist mir zugewandt.

Du bist da, Gott, mit deiner Gegenwart, die alles durchdringt:

die Begrenztheit meiner Vernunft,

den Nebel meiner Gedanken, die Mauern meiner Angst.

 

Jeder Tag ist ein Gang ins Ungewisse, aber deinen Augen entgleite ich nicht.

Du siehst, wo ich gefährdet bin von außen oder von innen.

Ich anvertraue mich deinem Schutz.

Du schaust mein Innerstes. Kein Gedanke ist in mir,

mit dem ich allein bleibe, keine Empfindung,

die an dir vorüberginge.

Auch was mir verborgen ist, ist aufgehoben in dir.

Was immer auf mich wartet, ich bin in deiner Hand. Amen.             

 

Gestern erreichte mich dieses gebet von meinem Heimatpfarrer. Eine tolle aktuelle Predigt schickte er auch gleich mit, die ihr hier nachlesen könnt.

Komm mit uns zu den Arche-Typen

Drin bleiben müssen. Eingesperrt in einen Käfig. Und draußen tobt die Sintflut. So ging es den Tieren auf der Arche. Folge mit uns den Abenteuern von Malkut und Ewla – zwei kleine Nager, die sich aus ihrem Käfig stellen und auf ihrer Reise verschiedenen Tieren begegnen…

 

Das Online-Bibel-Spiel „Arche-Typen“ des Öschelbronner Pfarrers Rainer Holweger nimmt nicht nur Kinder und Jugendliche mit auf eine Reise durch die ersten Kapitel der Bibel – von der Erschaffung der Welt bis zur Flut.

 

Am Ende jeder Geschichte gibt es eine Frage – und für die richtige Antwort eine Lösungssilbe. Die Lösungssilben ergeben in der richtigen Reihenfolge den Lösungssatz.

 

Mitmachen – und gewinnen!

 

Wir laden euch ein: Spielt mit – und sendet uns eure richtige Antwort bis Gründonnerstag, 9. April 2020 per E-Mail oder werft uns eine Postkarte in den Briefkasten am Pfarramt.

 

Wir verlosen unter den großen und kleinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Preise und Überraschungen, die wir zu Ostern verteilen.

 

Hier geht es zum Spiel:

 

http://bibel-spiele.net/noah/

Das Kreuz (ein Körpergebet)

Ich stehe aufrecht. Aufgerichtet. Mit den Füßen geerdet. Auf festem Boden. Mein Kopf ruht auf den Schultern. Der Blick geht in die Weite. 

Ich hebe langsam meine ausgestreckten Arme bis auf Schulterhöhe. 

 

„Gott, so stehe ich vor dir im Kreuz meines Lebens. Ausgespannt zwischen den Polen meines Lebens. Zwischen heute und morgen. Zwischen Angst und Vertrauen. Zwischen Familientrubel und Sofaruhe. Zwischen Rückzug und Sehnsucht nach Gemeinschaft. Ausgespannt zwischen den Polen meines Lebens.“

 

Ich drehe die Handfläche nach oben. 

Im Kreuz meines Lebens bin ich ein Empfangender. Eine Empfangende. Beschenkt. Gesegnet. Geliebt. Gehalten. Getragen. 

 

Ich führe langsam meine Ausgestreckten Arme nach oben bis sich die Handflächen über dem Kopf berühren. 

 

Gott, nun stehe ich im anderen Kreuzesbalken vor dir. Ausgestreckt zwischen Himmel und Erde. Himmel und Erde berühren sich in mir.“

 

Ich führe langsam die Hände vor mein Herz und bilde mit diesen eine Schale. 

 

Dies ist mein Maß. Mein mir anvertrautes Maß. Das habe ich empfangen. Das kann ich teilen. Mehr nicht. Das genügt. Für heute. 

 

Amen.

Psalm 91

Es war am Abend in der Bricciuskirche. Langsam fand ich inneren Frieden. Die Ruhe des Raumes beruhigte meine Seele und mein Herz. Als plötzlich eine Stimme die Stille durchbrach. Eine Frau saß einige Bankreihen hinter mir und begann den 91. Psalm zu beten. Worte, die mir vom Nachtgebet, der Komplet, vertraut waren. Und die Balsam für meine Seele waren. Worte wie aus einer anderen Welt. Engelsworte.

Wer unter dem Schirm des Höchsten Sitz und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.

Denn er errettet dich ... von der verderblichen Pest.

Er wird dich mit seinen Fittichen decken ... dass du nicht errschrecken musst vor dem Grauen der Nacht ... vor der Pest, die im Finstern schleicht ...

Denn der Herr ist deine Zuversicht.

Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen. Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf Händen tragen.

"Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Ich bin bei ihm in der Not."

aus Psalm 91

Es ist gut

zart ist

unser Gott

im knospenden Frühling

lässt er

dürres Holz

treiben

 

Gott segne dich

mit Hoffnungsgrün

und mit Augen

die die knospenden Blüten

wahrnehmen

 

Gott segne dich

mit Lebensliedern

und mit Ohren

die dem Gesang der Vögel

trauen

 

Gott segne dich

mit Wagemut

und dem Wissen

dass es Menschen gibt

die sagen:

„es ist gut, dass du da bist.“

 

Katja Süss

Von Kälte und Schatten

Gestern kam der Tanklaster um unseren Öltank zu füllen. Als ich am Abend durchgefroren aus der Kirche kam und frierend am Abendessen saß, fiel es mir wieder ein. Bei frostigen Außentemperaturen sollte man kein Heizöl kaufen - und die Heizung ausgeschaltet lassen. 

 

Neben der Kälte draußen höre ich dieser Tage immer öfter auch von innerer Kälte, von erkalteten Beziehungen und Härte. Die Herausforderungen des Alltages zu Hause mit Kindern und Homeoffice, mit Brettspielen und Haushalt ... da wirft die Kälte draußen uns noch mehr zusammen. Und lässt uns dünnhäutiger werden. Wir gehen uns auf die Nerven. Können uns nicht mehr so leicht aus dem Weg gehen. 

Die Corona-Krise fegt mit eisigem Wind mir meine so lieb gewordenen Verhaltensstrategien und Ablenkungsmuster weg. Nun werde ich mit meinen Schatten und all den Persönlichkeitsanteilen, die ich nicht so mag konfrontiert. 

Manche reagieren sehr hitzig darauf. Auf die nun offen hervortretenden wunden Punkte. Deshalb nimmt auch die häusliche Gewalt dieser Tage so erschreckend zu. 

Andere gehen in die Erstarrung und ziehen sich (emotional) zurück. 

 

Ich habe mich gestern in die Kirche gesetzt. 

Es braucht Zeiten und Orte, wo ich mich ausrichten kann. 

Die Wunden lecken kann. 

Der Schatten sein darf. 

Ich alles betrauern kann. 

All das, was mich erschüttert. 

In der Welt. 

In meiner Umgebung. 

In mir. 

 

In der Natur lösen die energiereichen Sonnenstrahlen die Knospen aus der Erstarrung, damit diese sich entfalten können. 

Was löst MICH aus der Erstarrung, Verhärtung, inneren Emigration?

Welche Worte, Gesten, Räume, Pflanzen, Menschen, ... tun mir und meiner Seele gut? 

Damit ich mich entfalten kann? 

Eine Perspektive bekomme? 

Trotz meiner offen zu Tage tretenden Schatten und Baustellen?

 

Ich gehe heute wieder in die Kirche. Zünde eine Kerze an.  Weil mir dieser Raum gut tut. Wo seit vielen Jahren gehofft und geweint und gefeiert und gebetet wird. Und jede und jeder so willkommen ist, wie er oder sie gerade ist. So bin ich geliebt. 

Und darf mich in dieser Geborgenheit entfalten. 

Im Schein der Kerze und unter dem liebenden Blick Gottes. 

Malwettbewerb 2

Wir starten in die zweite Runde, denn am Pfarrgartenzaun hat es auf der Seite der Jagststrasse noch viiiieeel Platz.

Neues Thema: mein Lieblingstier. Wir sind gespannt auf die vielen Tiere, die ihr malt.

Und weil zu einem Wettbewerb auch ein Preis gehört und wir uns nicht entscheiden konnten bei den vielen Kunstwerken, gibt es für alle Malerinnen und Maler vor der Pfarrhaustüre ein Päckle Bleistifte mit Samen drin.

Also: Ran an die Stifte!

Sonntag Lätare

Auf den Sonntag Lätare freue ich mich lange schon in der Passionszeit. Er ist eine kleine Insel der Hoffnung. "Klein-Ostern" sagen viele dazu, das die Dunkelheit vertreiben will. Wie sehr wünsche ich mir in diesen Tagen Ostern herbei. Doch wir stehen gerade mitten drin in einem „Ausnahmezustand“. Deshalb brauche ich Inseln der Zuversicht. Ich brauche eine Pause von der Berichterstattung über das Corona-Virus. Ich brauche einen Moment am Fenster mit dem Blick auf die erwachende Natur. Ich brauche ein Lied, das mich innerlich stärkt.

1) Jesu, meine Freude, / meines Herzens Weide, / Jesu, meine Zier,
ach wie lang, ach lange / ist dem Herzen bange / und verlangt nach dir!
Gottes Lamm, mein Bräutigam, / außer dir soll mir auf Erden /
nichts sonst Liebers werden.

Das Lied „Jesu, meine Freude“ hätten wir heute im Gottesdienst in der Bricciuskirche gesungen. Es ist ein altes Lied mit ungewohnten Worten und das Wochenlied für den Sonntag Lätare. Es klingt in mir. Das Lied beschreibt die Spannung zwischen der bedrohlichen Welt und dem inneren Frieden in Gott. Johann Frank schrieb es im 17. Jahrhundert zur Zeit des dreißigjährigen Krieges. Er kannte Leid und Tod. Gerade deshalb textet er solche zuversichtlichen Zeilen.

2) Unter deinem Schirmen / bin ich vor den Stürmen / aller Feinde frei.
Laß den Satan wettern, / laß die Welt erzittern, / mir steht Jesus bei.
Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, / ob gleich Sünd und Hölle schrecken, / 
Jesus will mich decken.

Die Farbe des Sonntags Lätare ist rosa. Eine Mischung aus dem Violett der Passion und dem Weiß von Ostern. Beides will ich heute zusammenhalten: Meine Sorge und meine Zuversicht.

In Verbundenheit mit anderen Menschen hier in Oberjesingen, sowie im ganzen Land und in der Ökumene freue ich mich heute Abend um 19 Uhr wieder das Licht der Hoffnung anzuzünden um beim Glockengeläut verbunden zu sein.

6) Weicht, ihr Trauergeister! / denn mein Freudenmeister, / Jesus, tritt herein.
Denen, die Gott lieben, / muß auch ihr Betrüben / lauter Freude sein.
Duld ich schon hier Spott und Hohn, / dennoch bleibst du auch im Leide, /
Jesu, meine Freude.

 

 Danke an Pastorin Ulrike Koehn für die Idee dieses Impulses!

Kinderkirche digital

Herzliche Einladung an alle Familien und jung Gebliebene am Sonntag den Kindergottesdienst in den Wohnzimmern live mit zu feiern.

Für die Erwachsenen gibt es eine Fülle an anderen Gottesdienstformaten: Den Fernsehgottesdienst, Andachten im Radio oder gestreamte Gottesdienste aus der Umgebung. Wo alles Gottesdienste gefilmt werden, findet sich hier:https://www.elk-wue.de/gemeindeleben-online

Ausgedruckte Predigten, Texte und Impulse gibt es - bei gutem Wetter - vor der Bricciuskirche oder - bei jedem Wetter - vor der Pfarrhaustüre als "Kirche to go".

Licht der Hoffnung

Auch wir machen mit beim Licht der Hoffnung und beim Balkonsingen jeden Abend um 19.30 Uhr.

Jeden Tag läuten nun um 19.30 Uhr die Glocken unserer Bricciuskirche. Wir entzünden die Osterkerze und laden Sie und euch herzlich ein zu Hause ebenfalls eine Kerze anzuzünden und diese ins Fenster zu stellen.

Durch das Geläut der Glocken, das Sprechen eines freien Gebets oder des Vaterunsers oder einfach nur durch die Verbundenheit sind wir vernetzt und eine Gemeinschaft - durch das Licht der Hoffnung.

Im Anschluss an das Glockengeläut reihen wir uns ein in das landesweite Balkon- oder Gartensingen und singen an unseren Fenstern, auf unseren Balkonen oder in unseren Gärten das Lied "Der Mond ist aufgegangen".

 

 

Ein Lächeln

Am Montag bekam ich bei drei Bäckern kein Brot mehr am frühen Nachmittag. Vorgestern kein Toilettenpapier mehr im Supermarkt. Gestern kein Hartweizengrieß mehr in der Mühle.

Dennoch führen wir ein Leben in Fülle. Die Regale sind immer noch reichlich gefüllt. Doch am Meisten berührt und freut mich in diesen Tagen mit wie vielen Menschen ich in Kontakt komme. Wann hat mir zum letzten Mal jemand an der Obstauslage zugelächelt? Wann habe ich zum letzten Mal mit jemandem in der Schlange an der Kasse gesprochen? Wann habe ich zum letzten Mal einem fremden Menschen meine Handynummer gegeben?

Ein Lächeln verschenken, ein Stück frisch gebackene Pizza über den Gartenzaun reichen oder eines der warmen duftenden Brote verschenken, die Gemälde am Pfarrgartenzaun bewundern ... ja, wir haben auch ein Leben in Fülle. Und Zeit mit den Kindern im Garten Pizza und Brot zu backen.

Und auf einem Brot der alte Brotsegen mit einem Stempel in den Teig gedrückt: JHS - die griechischen Anfangsbuchstaben von „Jesus-Sohn-Retter“. Darauf vertrauen wir in diesen turbulenten Zeiten. Gott sorgt für uns und unser täglich Brot.

Ein Gebet

Ein Gebet


Ich treffe dich auf den Balkonen,
von denen in italienische Straßen deine Zuversicht gesungen wird.

Ich treffe dich in den Zetteln an den Türen, an denen Nachbarn durch Hilfe für andere deine Liebe üben.

Ich treffe dich in der Fürsorge,
die meine Liebsten auf allen Wegen um mich kümmern lässt.

Ich treffe dich im Gebet, selbst in den stillen, kurzen, und du trägst meine Ängste mit.

Auch in schwierigsten Zeiten, auch in der Unsicherheit,
in der Distanz,
im Stillstand
bist du da.

In unzähligen Malen „Fürchte dich nicht! “ hast du uns das mehr als versprochen.
Gott, auch wenn die Türen deiner Häuser geschlossen und ihre Bänke leer sind,
feiern wir dich im Gottesdienst -
immer dort, wo ich dich treffe.

***

Danke an Veronika Rieger, angehende Pfarrerin und freischaffende Poetin @riegeros für diese berührende Zeilen, die wir gestern im Krankenhaus verteilt haben und die auf @herz.netz.werk veröffentlicht worden sind. Habt einen guten und sonnigen Tag!

Ein Malwettbewerb

Ein Malwettbewerb für jung und alt: Malt ein Bild und pinnt es an den Pfarrgartenzaun. Auf dass unser Leben bunter werde statt grau in grau!

Verzicht gibt Raum für Neues

Ein Blick auf den Chorraum der Bricciuskirche von außen und innen: Bei der Neugestaltung des Chorraumes wurde 1958 für das farbenprächtige Gemälde von Rudolf Schäfer das Rosettenfenster zugemauert.

Manchmal muss man auf etwas Gewohntes verzichten. Etwas Liebgewonnenes ziehen lassen. Etwas annehmen, was einem künftig verschlossen bleibt.

Die Corona-Pandemie ist für viele gerade beängstigend, isolierend, herausfordernd und nervig. Anderen bietet sie völlig neue Freiräume.

Uns als Kirchengemeinde schmerzt es auf die Gottesdienste zu verzichten und unsere Gruppen und Kreise absagen zu müssen.

Dafür gibt es ganz neue Ideen und Angebote, wofür wir sonst nicht die Kapazität gehabt hätten.

Was wir in dieser veränderten Situation noch alles anbieten, finden Sie hier.

Kirche und Gemeinde suchen nach neuen Wegen in und für die Gemeinschaft.

„Dies ist der Tag, den der Herr macht. Lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“ Psalm 118,24

Sonntag Okuli

Heute Morgen hat sich eines unserer Kinder liebevoll den Sonntagsfrühstückstisch gedeckt. Seit jeher wird in der Fastenzeit vor Ostern "nur" werktags gefastet - und am Sonntag das Leben gefeiert: die Auferstehung, den Sieg über das Lebenswidrige & den Tod.

Wie schön, dies in den Sorgen der aktuellen Lage durch solch ein berührendes Sonntagsgedeck im prallen Sonnenschein und der ganz eigenen Stille eines Sonntagmorgens zu erleben.

Meine Gedanken wandern zu all den Betroffenen in diesen Tagen, die isoliert oder unter Quarantäne stehen, die sich aus Sorgen und Angst nicht mehr vor die Türe trauen. Zu all den bewundernswerten Helferinnen und Helfern. Zu all jenen, die liebevoll Veranstaltungen geplant haben und die nun ausfallen. Zu all jenen, die in den letzten Tagen Entscheidungen treffen mussten (und weiterhin tun) und nicht wissen, ob sie richtig waren oder sie gar zu zögerlich.

Heute am sonnigen Sonntag OKULI richtet sich unser Blick auf Gott. Er ist bei uns und geht mit uns in und nach den chaotischen Zeiten sichere und gute Wege.

"Fürchte dich nicht!" sagt Gott uns immer wieder zu. Mögen wir uns diese Worte zu Herzen nehmen und uns nicht aus Angst vor der Angst abkapseln und aufgeben.

Heute ist Sonntag. Wir feiern das Leben - aller Widrigkeiten zum Trotz. Und sei es nur mit einem festlich gedeckten Tisch.